Antragsteller Leonard Bock und Lea Banger vom KV Konstanz
Einleitung:
In einer gemeinsamen Erklärung vom 06.07.2025 haben mehrere europäische Botschafter für Menschenrechte, darunter aus Deutschland, Frankreich und dem Vereinigte Königreich, eine externe Einflussnahme auf die Nachfolgereglung des Dalai Lama abgelehnt. Die Jungen Liberalen Konstanz schließen sich der Forderung nach echter religiöser und politischer Autonomie Tibets an, die eine von den Tibetern selbstbestimmte Nachfolgeregelung der Institution Dalai Lama zur Grundlage haben muss. Wir fordern von der Bundesregierung, sich international klar und unmissverständlich dafür einzusetzen und dies auch im Menschenrechtsdialog mit der chinesischen Regierung zu vertreten.
Begründung:
Als Junge Liberale setzen wir uns weltweit für die Achtung individueller Freiheitsrechte ein. Dazu gehört auch die Religionsfreiheit als fundamentales Menschenrecht. Vor diesem Hintergrund verurteilen wir die Bestrebungen der chinesischen Regierung, Einfluss auf die Nachfolge des 14. Dalai Lama nehmen zu wollen.
Der Dalai Lama setzt sich als das spirituelle Oberhaupt des tibetischen Buddhismus und als bekanntester politische Akteur sowie als der größte Hoffnungsträger des tibetischen Volkes stets für eine politische Lösung des Tibet-Konflikts ein. Kurz vor seinem 90. Geburtstag im Juli 2025 bekräftigte er, dass die spirituelle Institution des Dalai Laima fortbestehen werde und dies allein in der Entscheidungsgewalt der Tibeter liegen müsse. In der tibetischen Kultur wird die Reinkarnation (Wiedergeburt) des Dalai Lama in einem neuen Menschen wiedergeboren. Die Suche und Bestimmung eines neuen Dalai Lama erfolgt nach jahrhundertealten religiösen Traditionen mit speziellen Verfahren. Diese Praxis ist wesentlicher Bestandteil der Religionsfreiheit und Ausdruck kultureller Selbstbestimmung.
Seit dem Einmarsch und der Besetzung Tibets 1950 leidet das tibetische Volk unter chinesischer Repression, die den Verlust der tibetischen Kultur, Religion und eigenen Identität zur Folge hat. Die chinesische Zentralregierung beansprucht auch in der Nachfolgeregelung des Dalai Lama die Deutungshoheit und hat bereits in der Vergangenheit mit der Entführung des Panchen Lama, dem zweitwichtigsten religiösen Würdenträger Tibets, gezeigt, dass der totale Führungsanspruch des kommunistischen Regimes auch mit Gewalt durchgesetzt werden kann.
Hier veröffentlicht am 23.04.2026